Stellungnahme zur HPV-Impfung

Zervixkarzinom (Gebärmutterhalskrebs) ist eine schwere Erkrankung, an der Frauen auch sterben können. Ein Zervixkarzinom entwickelt sich in der Regel langsam und aus Zellveränderungen, die beim PAP-Test der Vorsorgeuntersuchungen diagnostiziert werden können. Diese Zellveränderungen können vorübergehend und harmlos sein, sie können dauerhaft bleiben (persistieren) und keine Folgen haben oder sich zu einem Zervixkarzinom entwickeln.

Die regelmäßige Vorsorgeuntersuchung fördert bei exakter Abstrichtechnik viele Veränderungen zutage, die in der Medizin als Krebsvorstufen betrachtet werden, auch wenn sie sich nicht notwendigerweise zu Krebs entwickeln.

Die Zahl der Zervixkarzinome hat in den letzten Jahrzehnten abgenommen und nimmt weiter ab.

Laut der Deutschen Krebsgesellschaft und der Deutschen Gesellschaft für Gynäkologie und Geburtshilfe erkrankten 35 von 100 000 Frauen im Jahr 1971 an Gebärmutterhalskrebs. Im Jahr 2001 waren es noch 12 von 100 000 Frauen (vgl. Arznei-Telegramm 12/2006)

Diesen Erfolg beansprucht das Früherkennungsprogramm.

Dazu kurz zwei Anmerkungen:

  • In der CLIO 27/1987 (Zeitschrift des feministischen Frauengesundheitszentrums Berlin) wird aus einem Beitrag von Maria Blohmke zitiert, aus dem hervorgeht, dass international die Sterblichkeit an Zervixkarzinom rückläufig ist, völlig unabhängig von der Etablierung eines Früherkennungsprogramms.
  • In Finnland z.B. wird routinemäßig nur alle 5 Jahre eine Vorsorgeuntersuchung mit PAP-Test durchgeführt und dennoch erkranken Frauen in Finnland wesentlich seltener an Zervixkarzinom als in Deutschland. Die Dichte der Vorsorgeuntersuchungen erklärt also keineswegs die abnehmende Zahl an Zervixkarzinomen.

Wir könnten also die sinkende Erkrankungshäufigkeit an Zervixkarzinom erfreut zur Kenntnis nehmen und weiterhin jährlich, fünfjährlich oder gar nicht zum PAP-Abstrich gehen, wäre da nicht ein Virus.

Das Humane Papillom Virus (HPV) ist ein Bewohner des menschlichen Körpers. Es gibt mehr als 100 unterschiedliche HPV-Typen. Unsere Hautwarzen gehören mit zur HPV-Familie und jede weiß, wie sich Warzen hartnäckig jeder Therapie widersetzen oder unbemerkt verschwinden können. Die verschiedenen HPV-Typen bevorzugen unterschiedliche Gewebe und können unsere Haut, Magen-Darm-, Mund-, Anus-, Penis-, Gebärmutterschleimhaut infizieren.

70% – 80 % aller Frauen haben im Laufe ihres Lebens einen HPV-Infekt, bemerken ihn häufig nicht und heilen diesen Infekt zu 70%-80% spontan innerhalb von 12- 18 Monaten wieder aus. Bei etwa 20% der Frauen bleibt eine Infektion bestehen, die klinisch nicht in Erscheinung tritt. 10% der Frauen entwickeln eine manifeste Infektion, 2-3% dieser infizierten Frauen zeigen krankhafte Veränderung am Gebärmutterhals und von diesen können 30-50% ein Zervixkarzinom entwickeln. Zwischen der Infektion und den Zellveränderungen liegen in der Regel 5 Jahre und bis zur Entwicklung eines Karzinoms können wieder 5-7 Jahre oder auch mehr vergehen (vgl. Arznei-Telegramm 12/2006).

„Tatsächlich erkranken aber weniger als 0,1% der infizierten Frauen an einem Zervixkarzinom, ein Zeichen dafür, dass das Immunsystem die Erkrankung sehr gut kontrollieren kann.“ (J.Fertil.Reprod.4/2004)

Die DNA-Analysen von Zervixkarzinomzellen weltweit haben gezeigt, dass 15 unterschiedliche HPV-Typen vorhanden sein können. 15 Typen gelten somit als krebserregend. In Europa und Nordamerika werden Typ 16 und 18 für 70% aller Zervixkarzinome verantwortlich gemacht. Prof. zur Hausen (ehemals Deutsches Krebsforschungszentrum in Heidelberg) hat die ursächliche Rolle der HP-Viren in seiner Forschung immer wieder postuliert. In einem Artikel in Science Vol. 254 vom 22.11.1991, der als Beleg für ihre ursächliche Rolle immer wieder zitiert wird, schreibt er: “Because experimental and epidemiologic data imply a causative role for viruses, particularly in cervical and liver cancer, viruses must be thought of as the second most important risk factor for cancer development in humans, exceeded only by tobacco consumption.“ (Weil experimentelle und epidemiologische Daten auf eine ursächliche Rolle von Viren vor allem beim Leber- und Zervixkarzinom schließen lassen, müssen Viren als der zweitwichtigste Risikofaktor bei der Krebsentstehung im Menschen betrachtet werden, der nur vom Tabakkonsum noch überboten wird.)

In einem Artikel aus Vaccine 24S3 (2006) „HPV in the etiology of human cancer“ schreiben die Autoren: „Although HPV is a necessary cause of cervical cancer, it is not a sufficient cause“ (Obwohl HPV ein notwendiger Grund für die Entwicklung eines Zervixkarzinoms ist, ist er doch nicht ausreichend.)

Ungeklärt ist:

  • Warum verschwindet die HPV-Infektion bei den allermeisten Frauen wieder?
  • Warum persistiert sie bei manchen Frauen?
  • Warum schadet dieser chronische Infekt manchen Frauen nicht?
  • Warum führt der HPV bei manchen Frauen zu Zellveränderungen?
  • Warum entwickeln sich aus manchen Zellveränderungen Tumore?

Die vielen Zusammenlebensformen zwischen HPV und Frau sind bis heute nicht verstanden.

Auf dem Workshop der internationalen HPV-Experten 2006 von dem der oben genannte Vaccine- Sonderdruck stammt, werden all diese Fragen erneut gestellt:

  • Unklar ist, wie die immunologische Abwehrreaktion der Zelle gegen HPV überhaupt funktioniert,
  • unklar ist, welche Bedeutung Antikörperspiegel haben,
  • unklar ist, wie die Impfung wirkt.
  • Aber klar soll sein: dass die Impfung den Gebärmutterhalskrebs nicht beseitigen, aber reduzieren wird.

Wir bekommen in der Presse die einfache Logik präsentiert:

  • HPV verursacht Krebs.
  • Impfen gegen HPV verhindert Krebs.

Die Logik könnte aber auch so sein:

HPV ist in seiner Genstruktur bekannt. Gegen ihn lässt sich ein gentechnologisch hergestellter Impfstoff entwickeln. Die möglichen Konsumentinnen sind berechenbar und groß an der Zahl. Der Impfstoff wird hergestellt, das Argument gegen Krebs wirkt, die Kassen werden bezahlen, der Markt lohnt sich.

Zwei Impfstoffe wird es gegen HPV-Infektionen geben:

  • GARDASIL (Sanofi Pasteur MSD) ist in Deutschland zugelassen und die Kosten werden von den Kassen übernommen. Der Impfstoff enthält virusähnliche Partikel der HPV – Typen 6,11,16 und 18. Typ 6 und 11 gelten als Erreger der gutartigen Genitalwarzen, 16 und 18 als krebserregend.
  • CERVARIX (Glaxo Smith Kline) ist noch nicht auf dem Markt und enthält virusähnliche Partikel der HPV-Typen 16 und 18.

Wir haben zuallererst Zweifel an der zwingenden Argumentationskette HPV führe zu Krebs und deshalb auch grundsätzliche Zweifel an diesem Impfstoff gegen Krebs.

Im Folgenden soll es um die Impfung selbst gehen. Wir hinterfragen die innere Logik der Studien, werfen die offenen Fragen auf, auch wenn wir uns von deren Beantwortung keine impfbejahende Position vorstellen können:

  1. Seit Ende der 90er Jahre wurde mit Studien zum HPV-Impfstoff begonnen. Das Arznei-Telegramm betont, dass bis heute die Studien nicht vollständig veröffentlicht sind und eine abschließende Beurteilung noch nicht möglich ist. In der Regel wurden Frauen zwischen dem 16. und 23.Lebensjahr geimpft. Es gab drei aufeinander folgende Impfungen. Nach der ersten Impfung folgten die nächsten nach 2 und 6 Monaten. Die Hälfte der Frauen wurden mit einem HPV-Impfstoff geimpft, die andere Hälfte erhielt einen unwirksamen Placebo-Impfstoff. Wie im wirklichen Medizin-Alltag wurde vor der Impfung nicht überprüft, ob eine HPV-Infekt vorliegt. Danach wurden aber alle Frauen, die sich bis zum 7. Monat nach Beginn der Impffolge eine HPV-Infektion zugezogen hatten, aus der Studie ausgeschlossen. Der Erfolg der Impfung wurde ausschließlich an dem Nicht-Auftreten von Zellveränderungen durch HP-Viren des Impfstoffs am Gebärmutterhals gemessen. Nur Frauen aus der Placebo-Gruppe entwickelten Zellveränderungen. Der Erfolg der Impfung wurde mit 100 % beurteilt. Diese 100% beziehen sich aber auf eine reduzierte Zahl von Frauen, da alle aus der Berechnung ausgeschlossen wurden, die sich natürlicherweise infiziert hatten. Das heißt, dass es einen 100%igen Erfolg in der Realität niemals geben wird.
    Es scheint klar, dass die Impfung bei vorhandener Infektion nicht schützt. Es ist nicht bekannt, was die Impfung bei vorhandener Infektion für die Gesundheit der Frau bedeutet.
    Der kurze Beobachtungszeitraum von 2 ½ Jahren lässt keine Beurteilung über die langfristige Schutzwirkung der Impfung zu. Eine Nachbeobachtung der geimpften Frauen ist von der Industrie nicht geplant.
  2. Um die Zahl der schon Infizierten so klein wie möglich zu halten, sollen in Zukunft Mädchen vor dem ersten sexuellen Kontakt geimpft werden. Der Hersteller schlägt die Impfung bei 9jährigen Mädchen vor, die STIKO (Ständige Impfkommission) empfiehlt die Impfung bei Mädchen ab dem 12. Lebensjahr. 9 bzw 12 jährige Mädchen können aber nicht am Gebärmutterhals untersucht werden, außer durch gewaltsame Durchtrennung des Jungfernhäutchens (Hymen). Mögliche Veränderungen am Gebärmutterhals können über Jahre bis zum ersten sexuellen Kontakt nicht beobachtet und nicht beurteilt werden. Der Erfolg der Impfung wurde bei ihnen mit dem Vorhandensein eines HPV-Antikörperspiegels noch einen Monat nach Impfung begründet. Antikörper sagen aber nichts aus über die Möglichkeit, ein Karzinom zu entwickeln. Auch HPV-Infizierte und Frauen mit abgeheilter Infektion weisen HPV-Antikörper auf.
  3. Bislang weiß niemand, wie lange der Impfschutz andauert. Auch dafür ist der Beobachtungszeitraum zu kurz. Es ist zu befürchten, dass einmal geimpfte Mädchen als junge Erwachsene ohne Impfschutz sind, weil durch die Impfung ein natürlicher Schutz nicht aufgebaut werden konnte. Es wird in der Literatur immer wieder erwähnt, dass junge Frauen besser und schneller einen HPV-Infekt abwehren als ältere Frauen.
    Niemand weiß, wann der Impfschutz nachlässt und in welchem Alter Frauen sich eventuell mit HPV infizieren und schlechter damit fertig werden.
  4. In Europa und Nordamerika sind die HPV-Typen 16 und 18 in 70 % der Tumore zu finden. Wir können vermuten, dass durch die Impfung eine Verschiebung im Erregerspektrum anderen HPV-Typen zum Durchbruch verhilft. Es bleiben noch mehr als 10 als krebsverdächtig eingestufte HPV-Typen, die in die Lücke springen könnten (Replacement).
    Im Arzneitelegramm 2006 Nr.12 schreiben die Autoren:
    „Ungeklärt ist bislang die Frage eines möglichen Serotypen – Replacements: Bei Geimpften kommen Erkrankungen durch HPV-Typen, die nicht in GARDASIL enthalten sind, um 5,5% häufiger vor als unter Plazebo“.
  5. 12-jährige Mädchen gehen üblicherweise nicht zur Gynäkologin und kümmern sich in der Regel nicht um sexuell übertragbare Krankheiten. Die Propaganda erreicht die Mütter, die in einer Zwickmühle sind:
    – Impfen sie nicht und ihre Tochter erkrankt irgendwann in ihrem Leben am Zervixkarzinom, sind sie schuld,
    – lassen sie ihre Tochter impfen und es stellen sich negative Folgen ein, sind sie auch schuld.
    Über mögliche Folgen der Impfung gibt es einige beunruhigende Hinweise. Es geht hierbei nicht um die bekannten Folgen an der Impfstelle oder um meist vorübergehende Erscheinungen, wie Fieber, Schmerzen u.ä. Es geht um Verletzungen, die weitreichender sind. Das Arzneimittelkursbuch des Arzneitelegramms erwähnt das häufigere Auftreten von Missbildungen bei Neugeborenen, deren Mütter innerhalb eines Monats nach Abschluss der Impfung schwanger wurden. Dies soll im Beipackzettel der amerikanischen Produktion erwähnt sein.

Im GID (Gen-Ethischer Informationsdienst) Feb/März 2007 wird von den Erfahrungen einer HPV-Studie zu Cervarix in Costa-Rica berichtet. Die Frauen klagten über plötzlich eintretende Blutungen, Milcheinschuss und Aborten. Alles Folgen, von denen wir in der Presse nichts hören und die völlig unaufgeklärt sind.

Es ist durchsichtig, weshalb 12-Jährige geimpft werden sollen. Das Risiko, schon infiziert oder gar schwanger zu sein, besteht kaum. Dafür wachsen – scheint uns – andere Risiken durch die Impfung. Wir sind der Meinung, dass für Jugendliche eine andere Infektionsvorsorge aufgebaut werden muss. Mit den Jugendlichen muss dabei mehr über Hygiene und über die Verwendung des Kondoms zum Schutz der Mädchen gesprochen werden.

Was die Vermeidung von Krebs anbelangt, haben wir keine Patentlösung. Wir beobachten, dass die Virushypothese momentan ein weites Feld der Forschung und einen großen Impfmarkt ermöglicht. Wir halten diese Hypothese für unzulässig vereinfachend und die Impffolgen für die einzelne Frau wie auch für die Gesundheit in einer virusbelebten Welt für unabsehbar.

April 2007

Zitierte und weiterführende Literatur

  • arznei-telegramm 12/2006 S.117 – 119 und 4/2007 S.33-34
  • Arzneimittelkursbuch 2007/08 15. Ausgabe S. 1254
  • GID Gen-Ethischer Informationsdienst Nr. 180 Feb./März 2007Schwerpunkt: Gebärmutterhalskrebs-Impfung
  • J.Fertil.Reprod.4/2004 S.18 – 22
  • H. Prömer u.a.: Nachweis produktiver HPV-Infektionen am zytologischen Routine-Abstrichpräparat
  • N Eng J Med, Vol 347 No 21 S.1645 – 1651
  • Laura A. Koutsky u.a.: A controlled trial of a human papillomavirus type 12 Vaccine
  • Vaccine 24S3 2006 S. 251 – 261
  • Thomas C. Wright: HPV vaccines and screening in the prevention of cervical cancer; conclusions from a 2006 workshop of international experts
  • Science, Vol 254, 22. November 1991
  • Harald zur Hausen: Viruses in Human Cancers
  • Dr. Martin Hirte: Die HPV-Impfung, http://individuelle-impfentscheide.de
  • Sylvia Groth, Frauengesundheitszentrum Graz: Neue HPV-Impfung beugt Gebärmutterhalskrebs vor. Können wir uns freuen? fgz.co.at
  • Robert Koch Institut: Epidemiologisches Bulletin Nr.12 vom 23.03.2007